Merkur Spielhallen in NRW mit Facecheck

Das Thema Facecheck in Spielhallen ist derzeit sehr aktuell. Es wird in verschiedenen Bundesländern darüber diskutiert diesen im Rahmen des Jugend- und Spielerschutzes einzuführen. In Baden-Württemberg allerdings ist dies teilweise sogar schon geschehen.

Eines der Hauptprobleme? Die unsichere Rechtslage sowie Bedenken zum Datenschutz. Aber Merkur will den Facecheck jetzt in 82 Filialen in Nordrhein-Westfalen einführen, was nach Prüfung der Datenschutzsicherheit wohl auch passieren wird.

In Baden-Württemberg gibt es rechtlich übrigens keine Probleme mit dem Facecheck System. Dort wurden sogar bereits 180 Spielern der Zutritt zu Merkur Spielhallen verweigert, da der Facecheck ergab, dass die Spieler in einer Sperrdatei eingetragen waren. Es scheint also zu funktionieren.

In NRW hat nun die Datenschutzbehörde die Ausstattung der Spielhallen mit Videokameras genehmigt und damit wird dann auch das Facecheck System eingeführt werden. Hierbei müssen natürlich strenge Vorgaben seitens Merkur eingehalten werden.

So dürfen beispielsweise keine Daten gesammelt werden. Das heißt konkret, dass die Fotos der Besucher, die durch den Facecheck gehen, praktisch sofort wieder gelöscht werden müssen. Dies soll wohl innerhalb von 30 Sekunden geschehen. Natürlich versteht sich praktisch von selbst, dass die erfassten Daten weder an Dritte weitergegeben werden dürfen noch in irgendeiner Weise verknüpft werden dürfen.

Datenschützer bleiben dennoch kritisch, denn sie sehen in dem System ein Einschränkung des Rechts sich öffentlich und anonym zu bewegen. Das ist allerdings wirklich nur sehr bedingt der Fall und soll ja gerade an dieser Stelle Spielern, die sich zur Selbstsperre entschieden haben, unterstützen und schützen.

Gauselmann hält an der Einführung des Systems fest. Die Trefferquote wird mit 99 Prozent angegeben, zumindest wenn es um das Erkennen von Gesichtern unter 25 Jahren geht. Hier würde dann bei Besuchern eine erneute Kontrolle durch die Mitarbeiter der Spielhalle erfolgen.

Ob die Erfolgsquote für gesperrte Spieler ebenso hoch ist, bleibt allerdings offen. Obgleich Zahlen aus Baden-Württemberg zumindest belegen, dass diese erkannt werden und der Zutritt entsprechend verwehrt wird, ist eine konkrete Trefferquote wohl nicht bekannt. Es darf auch nicht vergessen werden, dass Gesichter sich verändern. Hier aber soll die verwendete Software soweit fortgeschritten sein, dass Gesichtsmuster und markante Punkte gesucht werden, wozu beispielsweise Wangenknochen und Mundpartien gehören.

Für die Zukunft erhofft Paul Gauselmann sich sogar, dass Merkur Spielautomaten selbst mit dieser Technologie ausgestattet werden können, so dass Spielern, die in einer Sperrdatei sind, auch außerhalb von Spielhallen das Spiel an Spielautomaten verwehrt werden kann. Es sind wohl sogar schon einige Prototypen im Umlauf.