Ständig neue Überfälle auf Spielhallen

Im Juni hieß es Verbrechen im Zusammenhang mit Glücksspielen, insbesondere Überfälle auf und Einbrüche in Spielhallen und Spielotheken wären 2015 gegenüber dem Vorjahr rückläufig gewesen. Die Statistiken waren dennoch alles andere als aufmunternd, denn es gab immer noch 628 Raubüberfälle im Jahr 2015. Im Vorjahr waren es zwar 815, aber auch für das letzte Jahr bedeutet das immerhin, dass an jedem Tag des Jahres mindestens ein und oft zwei Überfälle stattfanden.

Separate berechnet wurden Diebstähle von bzw. aus Automaten. Hier kam es 2015 zu 18.611 Delikten. Das ist heftig. Dabei handelt es sich sogar um einen Zuwachs von elf Prozent dieser Art von Verbrechen.

Und dann gab es zudem 1.827 Fälle von schwerem Diebstahl. Enttäuschend hier ist eine Aufklärungsrate von weniger als 30%. Diese stieg zwar leicht im Vergleich zum Vorjahr an (um 1,6%), ist aber immer noch eher mangelhaft.

Derzeit hören wir wieder mehrmals pro Woche von neuen Überfällen auf Spielhallen. In der letzten Woche wurde beispielsweise der Filialleiter einer Spielothek in Düsseldorf überfallen als er gerade den Laden abgeschlossen hatte. Der Mann wurde von zwei Männern brutal zu Boden gestoßen, die dann seinen Rucksack mitgenommen haben und abgehauen sind. Zum Glück befanden sich keine Einnahmen im Rucksack, die Täter sind also nicht nur leer ausgegangen, sondern waren auch noch unnötig brutal. Die Chancen die beiden zu finden stehen allerdings schlecht.

Zumal sie es unter Umständen erneut versuchen werden nachdem sie dieses Mal leer ausgegangen sind.

In Pforzheim wurde in der vergangenen Woche von einem Einbruch in eine Spielhalle berichtet. Täter brachen mehrere Spielautomaten sowie einen Geldwechselautomaten auf und entwendeten vermutlich mehrere hundert Euro. Auch hier entkam man unerkannt.

Auch in Stuttgart war eingebrochen worden. Hier hat man zudem einen Sachschaden im Wert von etwa €10.000 verursacht. Außerdem entwendete man die Geldkassetten von gleich neun Spielautomaten.

Und das sind nur einige Beispiele. Man muss sich nicht einmal besonders anstrengen um wieder von neuen Überfällen oder Einbrüchen zu erfahren. Mittlerweile fragen wir uns, wie die Statistiken für das nächste Jahr aussehen werden.

Und welchen Einfluss wird wohl die Schließung von Spielhallen auf die Kriminalstatistik haben? Schließlich greift das Mindestabstandsgesetz spätestens ab nächstem Jahr bundesweit. In Berlin gilt es offiziell ab heute, auch wenn zunächst kaum Schließungen stattfinden werden, da die Gewerbeämter die Anträge noch nicht bearbeitet haben. Aber gerade Berlin registrierte über 16.000 Straftaten im Glücksspielbereich im letzten Jahr. Sobald das Mindestabstandsgesetz vollständig umgesetzt ist, sollten sich die Statistiken hier deutlich ändern.

Bis dahin wird es allerdings noch eine Weile dauern und neue Zahlen gibt es ohnehin erst wieder Mitte des nächsten Jahres.